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Das Team

Das Hospiz Team Nürnberg e.V. ist ein Verein der Sterbenden, Angehörigen und Trauernden durch Beratung, Begleitung und Unterstützung den letzten Lebensabschnitt im häuslichen Umfeld oder im Heimbereich ermöglichen möchte. Seit 26. März 1992 arbeitet der Verein im Großraum Nürnberg. Zum Verein gehört weiterhin die Hospizinitiative Schwabach. Der Verein hat einen multikonfessionellen Ansatz.

Dies geschieht im Sinne der Hospizidee unter den vier Aspekten

  • Niemand soll alleine Sterben müssen
  • Jeder soll die Möglichkeit haben seine letzen Angelegenheiten regeln zu können
  • Jeder soll schmerzfrei sterben dürfen
  • Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich die Sinnfrage stellen zu dürfen

Um diese Idee zu verwirklichen setzt das Hospiz Team Nürnberg freiwillige Helferinnen und Helfer in den Familien und beiden Hilfebedürftigen ein. Die Arbeit geschieht ehrenamtlich und wird getragen durch eine Vielzahl von Helferinnen und Helfern. Dabei sind 98% der aktiven Personen Frauen aus allen Arbeitsfeldern und gesellschaftlichen Lebensfeldern.

Die meisten Menschen suchen eine sinnvolle Aufgabe nach ihrer Berufslaufbahn oder nach persönlichen Veränderungen im Alltag und der Familie. Das Hospiz Team Nürnberg hat im Jahr 2008 ca. 180 Familien und betroffene Personen im Großraum Nürnberg begleitet. Über 550 Beratungsgespräche wurden geführt und es laufen kontinuierliche Betreuungen und Begleitungen für Menschen im Trauerprozess. Hier gibt es neben Einzelbegleitungen, offene und geschlossene Trauergruppen, sowie unverbindliche Treffen.

Die Telefonberatung ist unter der Woche der Erstkontakt zum Hospiz Team und hat häufig den Charakter einer Telefonseelsorge. Von hier aus werden die Anfragen an die Einsatzleitungen geschickt, die dann einen persönlich Kontakt aufnehmen.

Die Hospizhelfer werden durch die Akademie für Hospizarbeit und Palliativmedizin Nürnberg ausgewählt, geschult und begleitet.

Die Einsätze werden durch ehrenamtliche Einsatzleitungen koordiniert. Nach Eingang einer Anfrage im Hospizbüro begibt sich der zuständige Einsatzleiter zum jeweiligen Anfrager und besichtigt das Umfeld, informiert Familien, Einrichtungen oder zu begleitende Personen über Umfang, Leistung, Möglichkeiten, Dauer, Kosten und sonstige Fragen im Bezug auf die Begleitung.

Zusammen mit der anfragenden Person oder der Einrichtung werden auch die Vorstellungen über den Helfer oder die Helferin abgesprochen. Es wird dabei Rücksicht genommen auf evtl. Wünsche über Religiosität, Alter, besondere Interessen der betroffenen Patienten. Kosten fallen für die Familien nicht an. Es ist weiterhin nicht nötig Mitglied im Verein zu sein, um eine Unterstützung zu erfahren.

Nach Abklärung des Umfeldes sucht die Einsatzleitung eine geeignete Person und bei Zustimmung durch den oder die HelferIn begleitet die Einsatzleitung den Helfer zur Familie, führt den Helfer kurz ein und zieht sich dann zurück. Alle weiteren Fragen über Häufigkeit der Besuche und genaue Hilfestellungen nimmt der Helfer selber vor.

Während des gesamten Einsatzes ist der Einsatzleiter Ansprechpartner für die Familie und die eingesetzte Person bei allen Fragen und anfallenden Problemen. Die Helfer nehmen an den monatlichen Helfertreffen teil, in denen über die jeweilige Fälle in Form eines begleiteten Gruppentrainings gesprochen und gearbeitet wird. Bei diesen Treffen sind nur Einsatzleitungen, HelferInnen ( egal ob im Einsatz oder nicht ) zugegen.

Nach Beendigung des Einsatzes findet in den Hospizräumen eine Gedächtnisveranstaltung statt, bei der die Helfer noch einmal im Rahmen eines kleinen Abschiedsrituals der begleiten Person gedenken. Danach gehen der Helfer für eine unterschiedliche Zeitspanne in eine Pause bis zu seiner nächsten Begleitung.

Die Betreuung der Patienten und Angehörigen erfolgt auf ehrenamtlicher Basis. Die Entlastung der Familien besteht aus Besuchen und Beratung um Angehörigen gerade in dieser schweren Zeit die Möglichkeit zu geben, sich einmal zurückziehen zu dürfen, persönliche Termine ( z.B. Arztbesuche, Frisör ) wahrzunehmen oder einfach nur einige Stunden tief und fest zu schlafen.

Für viele betroffenen Personen geht der Kontakt zur Umwelt und die Erhaltung sozialer Kontakte in dieser Zeit verloren. Die Mitmenschen ziehen sich häufig zurück, da die Situation für viele Freunde und Bekannte der Familien zu belastend ist. Gerade hier kommen Hospizhelfer zum Einsatz um mit den Betroffenen Kontakt zu halten und so eine Verbindung zum Alltag zu schaffen. Dies geschieht durch Gespräche und Zuhören, durch das Erledigen kleiner Aufgaben ( z.B. Einkauf ) oder auch nur durch die persönliche Anwesenheit im einem Zimmer zusammen mit den Angehörigen.

Diese Aufgabe fällt auch sehr häufig in der Nacht an. Für viele Angehörige ist gerade das ein Problem. Sie können nicht ausreichend schlafen und fühlen sich am Morgen häufig erschöpft. Nicht selten steht dann noch ein Arbeitstag bevor, der auch die restlichen Kräfte aufzehrt.
Aus diesem Grund stellen wir ausgebildetes Pflegepersonal zur Verfügung, das diese Nachtwachen übernimmt und hier auch pflegerische Hilfe gewährleistet. Somit können die betroffenen Menschen ruhig schlafen und neue Kräfte sammeln.

Auch nach dem Verlust des Angehörigen stehen wir als Hospizverein weiter zur Verfügung. Viele Menschen kommen in ihrer Trauer zu uns, um sich begleiten zu lassen. Dies geschieht entweder im häuslichen Bereich oder in unseren Räumen. Die Trauergruppen sind sehr stark gefragt und immer sofort wieder ausgebucht.

Seit Oktober 2003 ist mehrere Palliativ Care Beratungsdienst Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Nürnberger Raum im Einsatz. Sie begleiten und beraten kostenlos und unverbindlich betroffene Familien, ambulante Dienste, Ärzte und Ratsuchende. In enger Zusammenarbeit mit der Palliativstation des Klinikums Nürnberg ist es möglich Menschen kurzfristig stationär zu stabilisieren und dann wieder in die Obhut häuslicher Versorgung zu geben.

Wir sehen es auch als eine Aufgabe die Bevölkerung mit dem Thema "Tod, Sterben, Verlust " zu konfrontieren. So bieten wir Veranstaltungen und Fortbildungen für Angehörige, Betroffene und Interessierte an.

Der Verein trägt sich durch Mitgliedsbeiträge (Stand 01/2008 : 635 Mitglieder) und ist ansonsten auf Spenden angewiesen.

Allen aktiven Helfern werden ihre Auslagen erstattet. Die Helfer sind Unfall, Haftpflicht und Rechtschutz versichert durch den Verein während ihrer Einsätze. Eine Supervision, Gespräche und Begleitung erhalten die Helfer durch den Verein. Gleichzeitig gibt es Fortbildung und besondere Angebote für die Ehrenamtlichen. (z.B.Begegnungswochenenden)

Viele Helfer sind seit Jahren bei uns und unterstützen die Arbeit durch ihren persönlichen Einsatz. Die Freude der Menschen, anderen in der schwierigen Lebenssituation zu helfen ist ermutigend.

Gez. Dirk Münch
1. Vorsitzender
Nürnberg 01.01.09